ROUTE 9
DIE SCHLUCHT VON ‘ABANICO’
(Geologie in ihrer vollen Pracht)
Einleitung
Diese Route führt in die wenig bekannten Zonen in der Umgebung Rondas. Wir sehen die typischen Landschaften Rondas, eine wunderschöne Balance zwischen Natur und Mensch. Nur der Bach "Sijuela" mit seiner Kontamination verfälscht das Bild ein wenig.
Die die Kontamination verursachende Müllhalde wurde mittlerweile beseitigt und die Aufräumarbeiten werden zweifellos die Schönheit des Baches wieder aufleben lassen.
Landkarte

Höhenschema

Beschreibung
Wir starten vom Hauptplatz des Quartiers "San Francisco". Das Wasser des Brunnens nahe der Mauer "Puerta de Almocábar" können wir trinken.
Wir folgen der Straße "Torrejones" in Richtung "Algeciras". Beim Verlassen Rondas sehen wir rechts einen Steinturm mit einem Kreuz namens "El Predicatorio". Laut der lokalen Geschichten predigte hier der Mönch "Fray Diego José" aus Cádiz . Bewiesen ist, dass dieser Turm einst dem Wassertransport nach Ronda gedient hat. Die Überreste des genannten Mönches befinden sich heute in einer Urne in der Kirche "Iglesia de la Paz". Dort befindet sich auch die Jungfrau Maria "Virgen de la Paz", Beschützerin von Ronda, die besonders von diesem Mönch verehrt wurde.
100 m hinter dem Steinturm kommen wir zu Abzweigen, die nach rechts führen. Der erste führt zur mozarabischen Kirche "Virgen de la Cabeza" und ist zugleich Beginn der Route Nr. 8. Wir nehmen den zweiten Abzweig nahe eines Hauses, in dessen Garten ein großer Pinsapo (spanische Tanne) steht. Dieser Weg diente uns bereits für die Route Nr. 7, ist nach dem Bach "Sijuela" benannt und entspricht dem Beginn des Weges "Cortes de la Frontera". Er wird gesäumt von Olivenbäumen und nach ca. 1 km leichten Abstiegs zweigen 2 Wege nach rechts ab, die wir aber nicht beachten. Ausgangspunkt 1. Die Olivenbäume machen nun vermehrt Steinbuchen und Bergeichen Platz. Im Frühling sehen wir an diesem Weg eine Vielzahl wunderschöner Blumen. Nach einigen privaten Abzweigungen nach rechts, erreichen wir die Fontäne "Santa Isabel". Der Zutritt ist leider verboten.
Links des Weges sehen wir interessante Felsabhänge, an denen sich häufig Raubvögel aufhalten. Wir können kleine Höhlen in den Felsen entdecken, von denen die bekannteste die "Cueva de los Aviones" ist. Die Felsen bestehen aus Sand und Kalk, genannt "Molasa". Einige dieser Felsen haben sich bereits abgelöst.
Kurz nachdem wir ein Landhaus mit einem Steinturm aus dem Mittelalter passiert haben, erreichen wir eine kleine Ebene, an der dieser Weg endet. Wir durchqueren das Tor vor uns und setzen unseren Weg auf einem Pfad Richtung Engpass fort. Manchmal erscheinen die Überreste eines alten steinernen Weges, die, einigen Historikern zufolge, aus der römischen Zeit stammen. Die Charakteristik des Weges spricht hingegen eher für einen Ursprung aus dem Mittelalter.
Nahe des Weges Richtung Bach "Sijuela" befindet sich auf der rechten Seite ein kurioser Felsen in der Form eines Fächers ("abanico"), der diesem Ort den Namen gibt.
Dieser steinerne Weg kommt in vielen lokalen Legenden vor. Eine dieser Legenden römischen Ursprungs besagt, dass der lusitanische Führers "Viriato" hier angegriffen wurde.
Hinter dem Engpass befinden sich in der Mauer kleine Höhlen, die als Zufluchtsorte für Schäfer dienten. Etwas später überqueren wir den Bach. Einige Abschnitte des Baches sind aufgrund der einstigen nahen Müllhalde verunreinigt. Die Müllhalde wurde mittlerweile beseitigt und der Bach hat begonnen sich zu regenerieren.
Unsere Route beenden wir nahe der Höhle "Cueva del Abanico", die nicht sehr tief ist, aber bekannt wegen ihres großen Durchmessers. Die Farben, die das stetig auf den Felsen tropfende Wasser entstehen ließ, sind bezaubernd. An der nahen Mauer kann man die Auswirkungen der Erosion des Baches sehen, verursacht durch die starken Regenfälle während der Regenzeiten. Ein wenig höher vereint sich der "Sijuela" mit den zwei Bächen "Los Chopitos" und "Pozo de Abajo". Ausgangspunkt 2.
Dieser Ort wurde in der Verfilmung der Oper "Carmen" verewigt, in der der spanische Tenor Plácido Domingo die Hauptrolle spielt.
Daten
- Distanz: 4.5 km.
- Modalität: Zu Fuß, mit dem Mountainbike oder auf dem Pferd.
- Ungefähre Dauer: 3 Stunden.
- Schwierigkeitsgrad: Mittel bis schwer, besonders dann, wenn wir die Route am Ausgangspunkt 2 verlängern.
- Empfohlene Jahreszeit: Das ganze Jahr.
- Praktische Ratschläge: Achtung: Unter Steinen können sich Skorpione verbergen! Wasser mitnehmen. Am Ausgangspunkt 2 ist teilweise kein Weg vorhanden. Mit dem Fahrrad kommen wir nur bis zur Höhle "Cueva del Abanico". Zudem verläuft der enge Weg hinter dem Landhaus "Cortijo de la Yerbabuena" zwischen Zäunen, die die Landgüter abgrenzen.
Optionale Ausgangspunkte
Nr. 1 - Route nº 7. VON RONDA NACH "BENAOJAN".
Siehe Route Nr. 7
Nr. 2 - Route nº 10. BEIM "PILAR DE CARTAJIMA".
Den Bach "Sijuela" aufsteigend, befinden sich links einige Ebenen nahe der Straße A-368 "Ronda-Algeciras". Wir passieren eine zerfallene Hütte der Straßenarbeiter und gehen auf dem asphaltierten Weg Richtung Ronda. In einem Teil dieses Weges, von den Einwohnern Rondas "Cuesta de los coches que suben solos" genannt, können wir einen interessanten optischen Effekt beobachten. Um ihn nachzuvollziehen, muss man Wasser auf die Straße zu schütten. Wir sehen dann, dass die Straße zu steigen scheint, obwohl sie bergabwärts geht. 500 m hinter den Ruinen kommen wir an 2 Abzweigungen, die nach rechts führen. Wir nehmen eine von ihnen und erreichen so das Landgut "Yerbabuena". Von hier aus folgen wir dem Weg entlang des Baches und des Aquäduktes "Fuente de la Arena". So erreichen wir den "Pilar de Cartajima", den wir näher in Route Nr. 10 kennen lernen werden.

