Biosphäre geschützt. Naturschutzpark

 


 

Allgemeine Informationen

 

Oberfläche : 51.695 Ha

Dörfer :

Málaga prov. : Benaoján, Cortes de la Frontera, Jimera de Líbar, Montejaque y Ronda.

Cádiz prov. : El Gastor, Benaocaz, El Bosque, Grazalema, Prado del Rey, Ubrique, Villaluenga del Rosario y Zahara de la Sierra.

Uskunft :

Oficina de Medio Ambiente

Avda. de la Diputación s/n

El Bosque (Cádiz) 

TFNO: 956 72 70 29

 

 

Dieser Naturschutzpark wurde durch die UNESCO zum Reservat der Biosphäre ernannt. Das Gebirge von Grazalema bietet eine eindrucksvolle Landschaft mit kontrastreichen Kalksteinerhebungen als Ergebnis einer gewaltigen geologischen Geschichte: Täler inmitten von Schluchten, Höhlen, Felsen und Böschungen... und viele verschiedene Steinformen, die sich in geologischen Urzeiten durch Auflösungsprozesse gebildet haben.

Der Naturschutzpark Sierra de Grazalema befindet sich zwischen den Provinzen Cádiz und Málaga im westlichen Teil des Betischen Gebirgsgürtels und besitzt eine Gesamtfläche von 51.695 ha. Als Grenzgebiet zwischen dem arabischen Königreich von Granada und dem christlichen von Kastilien im 13. und 14. Jahrhundert war diese Gebirgsregion oft ein Austragungsort von Schlachten. Aus diesem Grund schlossen sich die Menschen in Dörfern zusammen, die sich über Berge und Hügel ziehen und sich so sehr gut in die Landschaft einfügen. Dieser einzigartige kulturelle Rahmen, der typisch für Gebirgskulturen im Mittelmeerraum ist, setzt sich seit Jahrhunderten bis in unsere Tage fort.

Insgesamt 13 Dörfer befinden sich im Gebiet des Naturschutzparks: Grazalema, Zahara de la Sierra, Villaluenga del Rosario, Benaocaz, Ubrique, El Bosque, Prado del Rey und el Gastor gehören zur Provinz Cádiz, wohingegen Benaojan, Montejaque, Cortes de la Frontera, Jimena de Libar und Ronda zur Provinz Málaga gehören.

Das Gebirgsland der Provinz Cádiz liegt mit seinen Tälern und Senken zwischen 600 und 1600 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist ein Gebiet mit ländlichem Relief und Schluchten, deren Seiten vertikal ansteigen, wie zum Beispiel die "Garganta Verde" (grüner Hals), deren Tiefe 400 Meter erreicht. Häufig gibt es auch Höhlen oder Grotten, wie zum Beispiel auch die "Complejo Hundidero-Gato", die größte Höhle Andalusiens oder die "Cueva de la Pileta", die auf der ganzen Welt für ihre prähistorischen Funde bekannt ist.

Obwohl der Mensch dort schon seit Jahrhunderten lebt, trifft man dort noch eine natürliche, typische Mittelmeervegetation an: Steineichen, Korkeichen, Zenneichen, Johannisbrotbäume oder wilde Ölbäume. Im Schatten des Gebirges von El Pinar (der Pinienwald) befindet sich ein wunderbarer Tannenwald mit einer Nadelart, wie sie nur im Gebirgsland von Ronda zu finden ist, und der heutzutage am besten erhalten ist.

In dem in der Nähe liegenden Gebirge sind noch einige dieser Nadelbäume anzutreffen, was das ursprüngliche Ausmaß der Tannenwälder erahnen lässt. Man kann den Tannenwald, ebenso wie andere Gebiete des Naturschutzparks, nur in bestimmten Jahreszeiten besuchen und es gibt auch eine Besucherbegrenzung. Manchmal ist es auch erforderlich, mit einem Reiseleiter zu wandern.

Ulmen, Weiden und Pappeln sind die Baumsorten, aus denen eigentlich die Galeriewälder bestehen. Sie folgen dem Lauf der Flüsse und Bäche, zum Beispiel am Oberlauf des Flusses El Bosque (der Wald). Alle dort wachsenden Pflanzenarten (insgesamt 90 verschiedene Pflanzen) kann man im botanischen Garten von El Bosque sehen. Man kann dort auf zwei verschiedenen Pfaden den Park erkunden.

Viele Vogelarten leben in dem Naturschutzpark. Die interessantesten jedoch für uns sind die Raub- und Greifvögel, vielleicht weil sie groß sind und wunderschön in der Luft gleiten. Am meisten vorhanden ist der Geier, weil dort eine der größten Geier-Kolonien Europas ihren Lebensraum hat.

Obwohl der größte Teil des kulturellen Erbes dieses Gebietes aus der islamischen Zeit stammt, findet man in den Städten auch viele Überreste römischer Städte: "Iptuci" (Prado del Rey), "Ocuri" (Ubnque), "Acinipo" (Ronda). Es gibt auch traditionelle Berufe und Tätigkeiten, die eng mit der Natur in Verbindung stehen und praktisch ohne Veränderungen bis zu unserer heutigen Zeit erhalten geblieben sind. Zu dieser alten Handwerkskunst gehört unter anderem die Herstellung von Decken aus Wolle, die in Grazalema gewonnen wird. Hier werden auch Halstücher und Kleidungsstücke aus diesem Rohstoff hergestellt. Die Lederverarbeitung im Gebirgsland ist vor allem in den Dörfer Ubrique, Prado del Rey und Cortes de la Frontera bekannt. In Frontera stellen die aus Kork hergestellten Taschen, die Schirme und Dächer aus Heidekraut, die arabischen Ziegelsteine und die künstlerische Verarbeitung von Kupfer eine wichtige Rolle dar. Ein originelles Musikinstrument, das in El Gastor hergestellt wird und unter anderem aus Kuhhörnern gemacht wird, ist der Dudelsack. Die Körbe und der Honig sind andere wichtige Produkte dieses Gebietes.

Die Gastronomie der Region stellt ebenfalls einen wichtigen kulturellen Reichtum dar. In allen Dörfern kann man die hausgemachten Fleischwürste essen. Die Suppe aus "Villaluenga" schmeckt besonders im Winter sehr gut. In Benaocaz werden die "suspiros" (Seufzer) hergestellt. Hierbei handelt es sich um schmackhaftes Gebäck. In diesem Dorf kann man auch die bekannten Breie und leckere Süßigkeiten probieren. In Grazalema wird der mit Mandeln gebackene Butterkuchen hergestellt. Außerdem sind auch die aus Kürbismarmelade hergestellten geleeartigen Süßigkeiten und die typische Suppe aus Grazalema sehr bekannt. Der mit Alkohol versetzter Most aus Montejaque und aus Prado del Rey sind Getränke mit langer Tradition. Andere typische Produkte sind die aus geröstetem Fleisch gebackenen Kuchen und der Schafskäse.

Im Sommer werden traditionelle Feiern abgehalten. In Zahara de la Sierra werden im August die Straßen und die Plätze mit Pflanzen geschmückt, um den "Corpus Christi" zu ehren. Ein Stier wird, mit Seilen festgebunden, durch die Straßen von Grazalema, Villaluenga und Benaocaz geführt. In Ubrique feiert man am 3. Mai das "Brennen der Affodillen" (Liliengewächs), bei dem die Spitzen der Affodillen angezündet werden.

Eine der wichtigsten Feiern findet im Benamahoma statt. Es handelt sich hierbei um die Nachstellung des Kampfes zwischen Arabern und Christen, zur Erinnerung an die Schlachten, die im Mittelalter in diesem Gebiet stattgefunden haben.