Naturschutzpark

 


 

Allgemeine Informationen

 

Oberfläche : 170.025 Ha

Dörfer :

Málaga prov. : Cortes de la Frontera.

Cádiz prov. : Alcalá de los Gazules, Algar, Algeciras, Arcos de la Frontera, Benaocaz, Castellar de la Frontera, El Bosque, Jerez de la Frontera, Los Barrios, Medina Sidonia, Tarifa, Ubrique, Prado del Rey, Jimena de la Frontera.

Uskunft :

Umweltabteilung des Regionalregierung

Provinzbüro

C/ Ana de Viya, 3 3º 

11009 CÁDIZ 

TFNO: 956 70 97 03

 

 

Der Naturschutzpark "Los Alcornocales", der sich auf verschiedene Gebirgszüge erstreckt, enthält einen Korkeichenwald, der sich in einem erstklassigen Zustand befindet. Er stellt den größten der iberischen Halbinsel und zugleich einen der wichtigsten der Welt dar. Diese mediterrane Pflanze sieht sehr kahl aus, da aus der Rinde Kork gewonnen wird, was eine der Haupteigenschaften unserer Wälder ist. Dank des vernünftigen Umgangs mit diesem natürlichen Rohstoff kann sich diese Baumart bis heute in ihrer vollen Pracht entfalten.

Dieser Naturpark bietet jedoch nicht nur Korkeichen, sondern auch außergewöhnliche Galeriewälder, die an subtropische Gebiete erinnern, die auf dem europäischen Kontinent nicht vorhanden sind. Obwohl es in Europa keine tropischen Klimazonen gibt, konnten sich diese Pflanzen dort ansiedeln, da sie in den sogenannten Canutos (Täler, die durch Flüsse ausgespült wurden) einen idealen Platz gefunden haben.

Der Naturschutzpark umfasst 170.000 ha , die sich von Tarifa, im Süden der Provinz Cádiz, bis Cortes de la Frontera, im Nordwesten der Provinz Málaga, erstrecken. Obwohl der größte Teil des Parks aus Korkeichen besteht, findet man durch die unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Bodenbedingungen vereinzelt auch wilde Ölbäume, Zenneichen und Eichen vor. Die Korkeiche ist ein typischer Baum aus dem Mittelmeergebiet, an dessen Klima sie sich anpassen musste. Sie hat tiefe Wurzeln, um das Wasser besser aus tieferen Bodenschichten holen zu können, und Blätter, die durch ihre harte Oberfläche einen größeren Wasserverlust verhindern. Außerdem dient der Korkstamm als Schutz gegen Feuer, was besonders im Sommer in den Mittelmeergebieten ein großer Vorteil ist.

Durch den Verfall des ursprünglichen Zenneichen- und Eichenwaldes befindet sich auf den Berghängen nur noch Buschwerk. Jedoch wächst dieses Buschwerk auch an anderen Orten, an denen starker Wind herrscht oder der Boden unfruchtbar ist. Es besteht aus Mastixsträuchern, Zistrosen, Heidekraut, Stochaskraut, Weißdorn und anderen Straucharten, die typisch für das Mittelmeerklima sind.

In den Gebirgsregionen leben 18 verschiedene Greifvogelarten. Die Zwergadler, Raubadler, Taubenfalken, Sperber und Waldkäuze sind die am besten geeigneten Vögel für den Wald, wohingegen die Geier, Schmutzgeier, Habichte, Uhus, Falken und Turmfalken ihren Lebensraum in den Gebirgsschluchten haben.

Die "canutos" sind subtropische Wälder, die heutzutage auf dem europäischen Kontinent nicht mehr vorhanden sind. Ausnahmen bilden die Türkei und Spanien. In diesen durch Flüsse ausgespülten Tälern wachsen Lorbeerbäume, Alpenrosen, Kornelkirschbäume, Erlen, Stechpalmen und einige Farnkrautarten, was eher ungewöhnlich für dieses Gebiet ist. In den Bächen leben die Wasseramsel, der Eisvogel und die Uferschwalbe.

Die Jagd ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einkommensquellen des Gebiets. Unter anderem findet man den Rehbock, dessen dortiger Bestand der südlichste Europas ist. Dieses Tier lebt von anderen Rehbockkolonien in Spanien isoliert und hat deshalb einen anderen Lebenszyklus. Ende September stößt sich der Rehbock die Hörner ab, was der Grund für eine Sonderjagdzeit ist. Der Hirsch wurde, ebenso wie der Damhirsch und der Iberiensteinbock, erst vor wenigen Jahren für die große Jagd in diesem Gebiet wieder angesiedelt.

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich auf verschiedene Dörfer. Ubrique, das sich im nordwestlichen Teil des Naturschutzparks befindet, hat als Haupteinkommensquelle die Lederverarbeitung, deren Markt momentan wächst. Das Dorf Alcalá de los Gazules ist besonders wegen seines historischen und künstlerischen Städtebaus sowie aufgrund seiner historischen Gebäude wie Mühlen und Landhäuser interessant.

Die Korkgewinnung ist eine Tätigkeit, die seit Jahrhunderten auf dieselbe Weise gemacht wird. Der Kork sollte zum Zeitpunkt des maximalen Wachstums des Baumes vom Stamm geschnitten werden, damit sich der Baum so schnell wie möglich regenerieren kann. Diese Tätigkeit wird von Arbeitergruppen übernommen, die während dieser Zeit im Wald leben. Spezialisierte Mitarbeiter übernehmen das "pela" (Schneiden des Korks) und sammeln später die "panas" (Korkhaufen) auf. Diese werden dann mit Pferden zu den Wiegestellen transportiert, wo die einzelnen Korkhaufen geordnet und gewogen werden.

In diesem Gebiet gibt es auch noch andere wirtschaftlich wichtige Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Zucht von Schweinen, Ziegen, Kühen und Stieren.

Die Gastronomie des Landes ist sehr reichhaltig. Es werden vor allem natürliche Produkte wie Schnecken, Pilze sowie Fleisch von Wildschweinen und Rebhühnern benutzt. Des weiteren werden aromatische Pflanzen wie zum Beispiel Lorbeer, Oregano und Minze zum Kochen verwendet.

Die Handwerker arbeiten mit Leder, Palmenblättern oder Holz als Rohstoff für ihre Erzeugnisse. Sehr bekannt sind die aus Eschenholz hergestellten sogenannten Spucknäpfe.