Das Handwerk hat im Gebirgsland von Ronda eine lange Tradition und die traditionellen Werkstätten präsentieren ein reichhaltiges Angebot an handwerklichen Erzeugnissen wie zum Beispiel Schnitzwerk, Keramik, Schmiedewerk, Sattlerarbeiten, Leder-, Kork-, Espartogras- und Rohrerzeugnisse usw.

 

Holz

Der Reichtum der Region an Laub- und Nadelwäldern ermöglichte die Entwicklung der Handwerkstradition des Schnitzens von Edelhölzern, zum Beispiel von Nussbaum- oder Kastanienholz. Die Ursprünge dieser Tradition sind am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu finden, als in Ronda die Kunst- und Berufsschule "Alfons XIII" durch die Herzogin von Parcent finanziert wurde. Der aus Granada kommende Schnitzmeister Santiago Hernandez, der nach Ronda kam, um das Haus des maurischen Königs zu restaurieren, ließ seine Nachfolger in Ronda zurück, die diese Tradition weiterführten. 

Heute kann man in Ronda gute Tischlermeister finden, die ihre kunstvollen Schnitzwerke und Möbel zum Beispiel in der Möbelhandwerkergenossenschaft "Ciudad del Tajo" zum Kauf anbieten.

Bei der "Estación de Cortes de la Frontera" arbeitet man jetzt daran, ein neues Design für handgearbeitete Möbel zu entwickeln. 

 

Keramik

Eine ebenfalls lange Tradition haben die Ziegelbrennereien und die Töpferwerkstätten, deren Erzeugnisse heute wieder als Baumaterialien benutzt werden, besonders die der Ziegelbrennerei der "Estacion de Cortes de la Frontera". In Ronda werden Stücke aus weißer emaillierter Keramik hergestellt.

Seit einigen Jahren stellt die Handwerkergenossenschaft, deren Mitglieder Absolventinnen der Berufsschule von Ronda sind, weiße Keramik her. Bei der Estacion de Gaucín werden sowohl künstlerische Keramik für Mauern und Schilder erzeugt als auch Dekorationsstücke für den Hausbau.

 

Schmiede

Gitter, Türknöpfe, Schmiedewerk für Holzmöbel usw. werden seit Jahren von den Schmiedehandwerkern hergestellt. Beispiele dieser Werke kann man in den prächtigen Gittern der Stierkampfarena und in der "Calle La Bola" finden.

Heute gibt es leider nur noch wenige Handwerker, die diese Tradition fortführen.

 

Sattlerei

Die Sattlereihandwerker haben eine Arbeit, die mit der Landwirtschaft und besonders mit den Arbeitswerkzeugen für Nutztiere zu tun hat. Alle mögliche Zugtiergeschirre, die für Pferde, Esel und Maultiere benutzt werden, werden von diesen Handwerkern hergestellt. Die Stoffe, die dafür benutzt werden, sind unter anderem Leinwand, gegerbtes Schafsleder, Eisen, Kupfer, Stroh, Roggen, Wolle und Garnstoffe.

Vor 30 Jahre gab es in Ronda mehr als fünfundzwanzig Sattlereihandwerker. Heute gibt es leider nur noch ein paar von ihnen, deren Werke das Überleben dieser alten Tradition sichern.

 

 

Korken, Espartogras und ähnliche

Kork und Leder werden in "Cortes de la Frontera" bearbeitet. Während Kork vor allem als Zeichenstoff benutzt wird, benutzt man Leder vor allem zur Herstellung von Haushaltswaren.

Espartogras und Palmen wurden in der Region überall benutzt , um Körbe, Hanfschuhe, Hüte usw. herzustellen. 

Heute gibt es leider nur noch wenige Handwerker, die solche Haushaltswaren herstellen.

 

 

 

Nahrungsmittel

Die Herstellung von Nahrungsmitteln ist in der Region bekannt und verbreitet. Es werden Produkte von bester Qualität angeboten, wie zum Beispiel die aus iberischem Schweinefleisch hergestellten Würste aus Arriate, Algatocin, Estacion de Cortes, Benaojan und Montejaque, der Ziegenkäse aus Cuevas del Becerro, Süßigkeiten aus El Burgo (Gewürzkuchen, Weinbrezeln, Kuchen mit Konfitüren aus Riesenkürbissen usw). In Atajate wird Mandelkäse hergestellt, Parauta und Benalauria sind bekannt für die Verarbeitung von Esskastanien, Waldhonig kann man in fast allen Dörfern des Gebirgslandes Ronda finden, und als letztes, Liköre und Spirituosen wie der Sauerkirschenschnaps oder der berühmte mit Alkohol versetzte Most aus Arriate und der Most aus dem Valle del Genal.


Handwerker von Ronda