Die wichtigsten Stadtfeste von Ronda haben ihren Ursprung im Stadtviertel "Sankt Francisco". Seit mehr als hundert Jahren findet diese Feier am 8., 9. und 10. September statt und wird von den Einwohnern der "Puerta de Almocábar" (Tür von Almocábar), des "Castillo del Laurel" (Laurelburg) und des "Convento de San Francisco" (Sankt Francisco Kloster) zu Ehren der Heiligen Jungfrau von Gracia organisiert. Am 25. August 1881 wechselte der Festplatz und seitdem findet diese Feier im Markviertel statt, in dem auch das Maifest gefeiert wird.

Im Jahr 1882 findet das Septemberfest zum ersten Mal im Marktviertel statt. In diese Epoche war das Maifest das wichtigste von Ronda, aber langsam wird jetzt das Septemberfest immer wichtiger für Einwohner und Gäste. Durch die Umbenennung im Jahr 1954 zur Feier zu Ehren von "Pedro Romero" bekommt das Septemberfest den wichtigsten Platz unter den Stadtfesten von Ronda.

In der zweiten Augusthälfte beginnen bereits die ersten Vorereignisse der Feier, wie zum Beispiel die Aufführungen einiger Theaterstücke, die Rede zur Eröffnung der Feier wird gehalten, die Vorstellung der Goyesca Damen (Damen, gekleidet in Kostümen des 18. Jahrhunderts, der Zeit des Malers Goya, Damen, die eigentlich die Hauptrolle des Festes spielen), das Flamenco Festival, Turniere ...

Mit Beginn der ersten Septemberwoche lädt Ronda ein, die festliche Stadt zu genießen. Ein farbenfrohes Ronda präsentiert sich mit Musik, Tanz, Wein und natürlich der heimischen Bevölkerung, "gute Leute", wie man oft in Andalusien sagt. Ronda trägt sein bestes Kostüm und bietet Einwohnern und Gästen viele Vergnügungs- und Kulturmöglichkeiten. Alle fünf Sinne erwachen und man hat die Möglichkeit, für einige Tage einen zweiten Frühling zu genießen.

Wenn die Internationale Folklorefeier beginnt, kann man schon den Rhythmus fühlen. Mit dem Vorbeimarsch (wobei man zum ersten Mal die schönsten Frauen betrachten kann, nämlich die Goyesca-Damen) und mit dem Einschalten der künstlerischen Beleuchtung des Festplatzes, wird die Feier von Pedro Romero eröffnet. Wenn die Nacht kommt, werden die Einwohner von Ronda munter und vermischen sich auf dem Festplatz, ein Ort in dem "jeder wie ein jeder ist", wie der Sänger Juan Manuel Serrat sagen würde.

Alles ist Spaß, alles ist voller Leben, alles glänzt, alles springt. Vom Wein im Glas laufen goldene Wellen, sagte der Dichter Salvador Rueda. Alles ist Farbe und Licht, Lärm und Lachen, Spaß, Vergnügen und Tanz.

Alles ist schon vorbereitet, so dass Kinder und Erwachsene die Feier im Alten Stadtviertel genießen können, so wie die verschiedenen Konzerte, die von der Stadtverwaltung organisiert werden. Langsam rückt der erwartete Samstag näher, der Samstag des traditionellen Goyesca Stierkampfes, der jeden Stierkampffan begeistern wird, sodass er vom Echo des "Olé" in der alten steingebauten Stierkampfarena mitgerissen wird.

Es ist der schönste Abend, gefüllt mit rotem und violettem Licht, ein Abend voll von Fächern, die im Angesicht des Spektakels in der Stierkampfarena von Ronda bewegt werden. Die Atmosphäre in der Arena bewegt das Herz. Wenn man sich umblickt -der Torero, dieses Nationaldenkmal, prunkvoll geschmückt, der Duft nach Zigarren, nach Süßigkeiten, nach Wein- merkt man, dass die Augen keine feste Grenze finden, weil die Schönheit in diesem Ort alles erfüllt, immer wachsend und ohne ein Ende zu finden.

Der "Goyesca" hat seine eigene Persönlichkeit, die diesen Stierkampf von anderen unterscheidet. Er vermischt das Stierkampfspektakel vor der wunderbaren und geschichtlichen Kulisse der zweihundertjährigen Stierkampfarena mit der Königlichen Reiterparade aus Ronda. Viele Elemente spielen ihre Rolle, um die Goyesca zu einem einmaligen Ereignis zu machen. Ohne Zweifel kann man sagen, dass die Legenden, die sich um Ronda ranken und die Stadtgeschichte dazu beitragen. Dazu kommen auch die Gefühle von ganz besonderen Reisenden, die ihre Erfahrungen und ihre Begeisterung niedergeschrieben haben, zu nennen wären Orson Welles und Ernest Hemingway.

Die erste Goyesca fand 1954 statt, aus Anlass des zweihundertsten Geburtstages des einmaligen und berühmten Stierkämpfers aus Ronda, D. Pedro Romero.

Aber das ist noch nicht alles. Es bleiben noch der Kutschenwettbewerb und der Reiterstierkampf von Ronda. Die glatten Eisenbeschläge des Pferdes, die kräftigen Sattlereistücke, die fein bearbeiteten Lederstücke, die Schellen, deren Glöckchen eine "pferde- und kutschengespielte Sinfonie" erzeugen..

Wenn das Fest sein Ende erreicht, erwacht man und kehrt wieder ins 21. Jahrhundert zurück. Hinter uns liegt eine zauberhafte Woche, eine Woche, in der man im 18. Jahrhundert gelebt hat und eine Woche, in der man merkte, dass die Uhr auch anders betrachtet werden kann, damit sie Zeit für Freude, Feiern und Kunst anzeigt.

Und obwohl die Feier von Pedro Romero schon vorbei ist, bleiben wir noch in Ronda, und werden dort noch träumen, werden nochmals an Kunst, an Stierkampf, an Banditen, an schöne Frauen, an Ursprünglichkeit erinnert. Für den Dichter Juan Ramon Jimenez ist: "Ronda ist hoch und tief, glatt und rund und hoch..."