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Die archäologische Stätte von Acinipo befindet sich über einer Steinebene aus dem Zeitalter des Tertiär und liegt 999 Meter über dem Meeresspiegel. Diese Höhe verlieh dem Ort einen strategischen Wert und war in der vorrömischen und römischen Zeit für die Gründung von Siedlungen von großer Bedeutung.

Acinipo ist eine der Siedlungen, deren Name zum ersten Mal in einem klassischen Text von Ptolomeo und Plinio erschien. Diese Stätte wurde von vielen Forschern besucht. Die ersten Nachrichten stammen aus dem 16. Jahrhundert von Lorenzo de Padilla und es war Fariña del Corral, der 1650 feststellte, dass das Theater aus dem römischen Zeitalter stammt.

Obwohl ein Großteil der zu besichtigenden Überreste zum römischen Zeitalter gehört, darf man nicht die vorgeschichtlichen Überreste vergessen. Die ältesten Funde stammen aus dem neolithischen Zeitalter und es gibt auch Überreste des Kupfer- und Bronzezeitalters. In dieser vorgeschichtlichen Epoche kam Acinipo eine große Bedeutung zu, die nach der iberischen Epoche ihren Höhepunkt im römischen Zeitalter fand.

Die Gründe, Acinipo an einem solchen Ort zu gründen, waren unterschiedlich. Einerseits handelte es sich um ein hohe Lage, was einen strategischen Vorteil ergab, weil man von dort aus die Umgebung leicht überblicken und beherrschen konnte. Andererseits befand sich die römische Siedlung von Acinipo in einem Gebiet, das eine leichte Verbindung mit anderen Städten der römischen Provinz zuließ.

Die Zugänge zum Guadalquivirtal, zur Küste von Cádiz und zu verschiedenen Höhen des intrabetischen Gebirgslandes waren leicht zu überschauen. Dies ermöglichte Kontakte, um Geschäfte in anderen Gebieten zu abzuschließen, was aus den Münzfunden (Acinipo besaß damals das Recht Münzen herzustellen) ersichtlich wird.

Ein weiterer Grund für die Errichtung der Siedlung war das fruchtbare Land, das landwirtschaftlich genutzt werden konnte. Diese Felder, die bereits im neolithischen Zeitalter bebaut wurden, waren im römischen Zeitalter von großer Wichtigkeit, und auch heute noch ist diese Region von Ronda für ihre Landwirtschaft bekannt.

Andererseits nutzte die Stadt Acinipo alle Materialien, die in der Umgebung zur Verfügung standen, wie zum Beispiel Marmor, Bausteine und, für ihre Töpferarbeiten, Ton von bester Qualität.

An den Ausgrabungen wird deutlich, dass sie vorwiegend durch das römische Zeitalter geprägt wurden. Trotzdem gibt es auch einige Funde, die zur letzten vorgeschichtlichen Epoche gehören, wie zum Beispiel runde Hütten mit steinernen Vorhöfen.

Am Stadtbild wird sichtbar, dass eben dieses zu einer typisch römischen Stadt gehörte. Das beste Beispiel dafür stellt das Theatergebäude dar, dass aufgrund seiner technischen Baueigenschaften als ein Werk des 1. Jahrhunderts n.Chr. bezeichnet wird. Die selbe Straße führt weiter zum Mittelpunkt der Siedlung, wo die Reste des Forums oder öffentlichen Platzes von Acinipo zu betrachten sind. In der Nähe dieses wirtschaftlichen, politischen und religiösen Platzes der durch Mauern geschützten Stadt gab es noch weitere öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel die Therme (öffentliche Bäder), wo die Überreste dreier Schwimmbecken gefunden wurden, das Theater, einige Tempel (einer von ihnen blieb bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts unzerstört) usw. Diese Gebäude zeigen, wie wichtig Acinipo in den ersten Jahrhunderten des römischen Reiches war, wie schnell die Stadt gewachsen ist und wie sie somit die Macht der Eroberer lange auf die Probe stellen konnte.

Im 3. Jahrhundert n.Chr. musste Acinipo jedoch einen Teil seiner Wichtigkeit in der Region einbüßen und verlor diese im 4. Jahrhundert n.Chr. schließlich vollständig an die in der Nähe gelegenen Stadt Arunda (Ronda).